Praxis-Tipp Landingpage: Lassen Sie keine Frage offen!

Wohl nur die allerwenigsten Menschen begegnen einem fremden Menschen mit absolutem Vertrauen. Mit neuen Produkten, Webseiten oder Internet-Persönlichkeiten verhält es sich genauso: Ein instinktives Misstrauen und Zweifeln  und – nach all den Daten- und sonstigen Internetskandalen nicht verwunderlich – oft auch Unbehagen begleiten den Interessenten auf seinem ersten Besuch auf einer unbekannten Webseite. Gut gemeint, könnte man dazu auch sagen: Der Besucher kommt zu Ihnen mit vielen offenen Fragen. Und diese sollten Sie bestmöglich beantworten. Wie das geht? Lesen Sie weiter …

Im klassischen Ladengeschäft können ausliegende Ware (und wenn man Glück hat) auch der hilfsbereite Verkäufer diese Fragen (und damit das mögliche Misstrauen) aus dem Weg räumen. Im Internet gibt es weder Ware zum Anfassen noch Verkäufer zum Anreden und doch muss man die offenen Fragen der Interessenten so gut wie eben online möglich beantworten, will man das Vertrauen der Besucher gewinnen.

Hier einige klassische Fragen:

Hat dieses Produkt, diese Dienstleistung einen wirklichen Nutzen für mich?

Hier reicht es nicht, wie es viele Onlineverkäufer (sich einfach) machen, nur die Texte über Features oder technischen Eigenschaften eines Gerätes vom Hersteller zu kopieren oder die puren Inhalte eines Dienstleistungspaketes aufzuzählen. Hier muss konkret der Nutzen dieser vielen tollen (für den Leser meist eh zu komplizierten) Produkteigenschaften bzw. Leistungsinhalte benannt werden.

Viel Power! Hat das Gerät eine vergleichsweise hohe Wattzahl steigt der Stromverbrauch aber auch die Power des Gerätes.
Niedriger Verbrauch! Hat das Gerät eine vergleichsweise niedrige Watt sinkt die Power aber auch der Stromverbrauch.

Eine technische Angabe, die man gegensätzlich interpretieren kann um damit auch unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen.

Ist dieses Produkt, diese Dienstleistung sein/ihr Geld auch wert?

Bei hochpreisigen Angeboten kann manden Besucher gezielt von der reinen Preisbeschau ablenken und andere emotionale Punkte wie Exklusivität, Luxus, Angebotsumfang etc. in den Mittelpunkt rücken. Hier eignen sich auch Rabatte sehr gut um ein Angebot im Auge des Betrachters billig zu machen. 30 Prozent Rabatt (nur für kurze Zeit?) machen das Angebot im Auge des Betrachters zu einem echten Schnäppchen. Viele Kunden überlegen dann nicht lange und greifen zu, mit dem befriedigenden Gefühl gewaltig gespart zu haben. Das Risiko ist, dass der Kunde kurz darauf zufällig ein vergleichbares Produkt für den gleichen Preis ohne Rabatt findet. Im besten Falle hält er Sie für clever im schlechten Falle für einen Betrüger.

Ist gerade der Preis dagegen das Hauptverkaufsargument muss er auch vergleichsweise niedrig sein und einem Preisvergleich standhalten. Jeder Internetnutzer weiß mittlerweile wie man im Internet schnell und einfach Preise vergleicht. Erzählt man hier, man hätte einen echten Wahnsinnspreis und der potentielle Kunde findet das gleiche Produkt drei Klicks weiter 30 Prozent billiger, erzählt man ihm in seinen Augen Märchen.

Kann ich diesem Anbieter wirklich vertrauen?

Das klassische Problem des Onlinehandels: Viele Versprechungen und Verlockungen aber kein Mensch in der Nähe, den man auf seine Vertrauenswürdigkeit prüfen kann.

Das Problem kann und muss man auf zweifache Art lösen:

Die Versprechungen und Verlockungen in Grenzen halten: Klar, eine Landingpage ohne Handlungsaufforderung ist keine wirklich professionelle Landingpage. Rabatte oder absolute Niedrigpreise sind, wie oben beschrieben, daraus legitim. Doch sollte man die Übertreibungen in glaubwürdigen Grenzen halten. Zu den Übertreibungen zähle ich nicht nur Schlagwörter oder Verkaufstexte sondern auch designtechnische Auswüchse in schreirot oder penetrant blinkend.

Echte Menschen präsentieren: Die „Über-uns“-Seite kann Bilder der Mitarbeiter enthalten. Ein Video den Business-Coach in echt zeigen oder in Produktvideos können echte Fachverkäufer die Vorteile und den Nutzen (!) des Angebots erklären.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Details, die für den Vertrauensaufbau wichtig sind: Ein Impressum, eine ausführliche Datenschutzerklärung, das Werbeumfeld auf der Webseite aber auch das Umfeld, indem man seine eigene Werbung platziert, usw. Diese Infos würden (und werden wohl) einen eigenen Praxistipp Landingpage füllen.

Überlegen Sie selbst, welche Fragen sich ein neuer Besucher Ihrer Webseite stellen könnte:

Zu Ihrer Person: Fachwissen, Erfahrung oder auch Hobbys

Zu Ihrer Firma: Alter, Entwicklung, Mitarbeiter, Firmenstandort

Zu Ihren Produkten: Details, Praxisbeispiele, Kundenmeinungen, Anleitungen

usw.

„Offene Fragen“ bedeutet, dass der Besucher sich diese Fragen tatsächlich schon vor seinem Besuch der Landingpage stellt. Kommen dem Besucher dagegen erst während des Besuchs neue Fragen oder Zweifel, dann haben Sie ihn unnötigerweise auf dumme Gedanken gebracht und sollten unbedingt diesen Praxistipp lesen:

Praxistipp Landingpage: Bringen Sie Ihre Besucher bloß nicht auf dumme Gedanken!

 

Praxis-Tipp Landingpage: Lassen Sie keine Frage offen!